Die Bestandsaufnahme

Wer etwas verändern will, der muss erstmal wissen, wer und wo er jetzt ist. Was sein Ausgangspunkt ist. Denn wenn ich nicht weiß, wer und wo ich jetzt bin, wie soll ich denn erkennen, was ich ändern muss um mein Ziel zu erreichen?

Wer seinen Ausgangspunkt nicht kennt, der kann sein Ziel nicht erreichen.
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Um ein Ziel zu erreichen muss man den Ausgangspunkt kennen

Klingt eigentlich logisch, oder? Doch tatsächlich machen die wenigsten sich darüber Gedanken. Es gibt nur den Gedanken, dass man unglücklich ist und es so nicht weiter gehen kann. Und die vage Vision von dem eigenen Leben, wie es sein sollte.  Dabei ist jedem von uns klar, dass man, um den Weg zu einem Ziel zu finden, erstmal wissen muss, wo man eigentlich ist.

Wer bin ich? Das kann eine sehr unangenehme Frage sein. Von allem, wenn man mit dem Leben, wie es im Moment ist, nicht glücklich ist. Schließlich muss man sich dann den Tatsachen stellen. Man muss die Augen öffnen für all die unbequemen Wahrheiten. Wo stehe ich jetzt? Das umfasst eine ganze Bandbreite von Fragen, zum Beispiel:

  • Was an meinem Leben mag ich und was eigentlich nicht?
  • Liebe ich, was ich jeden Tag tue?
  • Gehe ich gern zur Arbeit? Warum (nicht)?
  • Bin ich gern mit meinem Partner zusammen, oder leben wir nur noch so nebeneinander her?
  • Erfüllen mich meine Hobbies mit Freude?
  • Verbringe ich gern Zeit mit meinen Freunden oder fühle ich mich jedes Mal erschöpft, nachdem ich mich mit einer bestimmten Freundin getroffen habe?
  • Fühle ich mich in meiner Familie gut aufgehoben und bedingungslos geliebt oder fühle ich mich nach jedem Besuch bei meiner Mutter schlecht, weil ich nicht das Leben führe, das ich ihrer Meinung nach führen sollte?
  • Womit verbringe ich wie viel Zeit?

Die Magie des Bewusstseins

Die Beschäftigung mit diesen Fragen kann einem schwer fallen, vor allem, wenn man tief in sich schon ahnt, dass einem die Antworten nicht gefallen werden. Doch es liegt auch Magie darin. Die Magie des Bewusstseins. Das Bewusstsein für die Situation, für unsere Stärken und Schwächen, für unsere Gewohnheiten, für die Dinge, die uns guttun, macht Veränderung erst möglich. So werden wir fähig, die Dinge los zu lassen, die uns davon abhalten, das Leben zu führen, das wir führen wollen.

Und wir lernen uns besser kennen. Wir lernen, was uns eigentlich wichtig ist. Was uns ausmacht. Welche Werte wir leben, welche Prioritäten wir haben und womit wir unsere Zeit erbringen. Und dann können wir hinterfragen, ob wir das wirklich so wollen.

Kochst Du gern?

Lass uns ein kleines Beispiel ansehen:

Nehmen wir an, du stellst fest, dass Du jeden Tag eine Stunde einer Zeit damit verbringst, das Essen für Dich und Deinen Partner zu kochen und danach die Küche aufzuräumen, während Dein Partner anderen Aktivitäten nachgeht. Zunächst stellt sich die Fragen, ob Du das gut findest oder nicht.

Vielleicht genießt Du die Zeit in der Küche, die Zubereitung der Speisen bereitet Dir Freude und Du probierst gern neue Rezepte aus. Du magst es, die Zeit für Dich zu haben und gehst gern den vergangen und die kommenden Tage im Kopf durch, während Du schon ganz automatisch die Kartoffeln schälst oder den Geschirrspüler einräumst.

Möglicherweise stört es Dich einfach nicht, dass dieser Teil der Hausarbeit bei Dir liegt, denn Dein Partner macht dafür andere Dinge. Falls er mal nichts anderes zu tun hat, dann unterstützt er Dich auch. Nur, dass es so viel Zeit ist, die Du mit diesen Aktivitäten verbringst, ärgert Dich ein wenig und daran würdest Du gern etwas ändern.

Es kann aber auch sein, dass sich das so eingeschlichen hat und Du Dich jetzt fragst, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass Du jetzt jeden Tag in der Küche stehst. Eigentlich würdest Du die Zeit ja lieber mit ganz anderen Dingen verbringen. Und sowieso ist es Dir nicht so wichtig, jeden Abend eine warme Mahlzeit zu haben, denn Du isst ja immer schon in der Mittagspause mit den Kollegen etwas Warmes, so dass Dir am Abend auch ein paar Scheiben Brot reichen würden.

Bewusstsein schafft Raum für Entscheidungen

Es sind noch viele weitere Szenarien möglich und welches für Dich zutrifft kannst nur Du entscheiden. Am Ende gibt Dir das Bewusstsein dafür, wie es in Deinem Leben aussieht, nun aber die Möglichkeit, eine Entscheidung zu treffen und die Art der nötigen Veränderung zu bestimmen.

Wenn du zufrieden bist mit der Situation und es Dich glücklich macht, dass Du eine Stunde jedes Tages so verbringst, dann behalte dies so bei und verändere vielleicht andere Bereiche in Deinem Leben.

Bist Du damit einverstanden, dass diese Aufgabe Dir zufällt, Du möchtest aber nicht so viel Zeit damit zu bringen, dann schau, ob Du es Dir irgendwie leichter machen kannst. Kannst Du für mehrere Tage auf einmal kochen? Könnt ihr nur jeden zweiten Tag warm essen und die übrigen Tage gibt es ein schönes Abendbrot?

Ist dies aber eine Aufgabe, die Dir überhaupt nicht liegt und an der Du keine Freude findest, dann überlege, wie Du diesen Teil deines Lebens ändern kannst. Kannst Du die Aufgabe an Deinen Partner abgeben? Kannst Du sie dir erleichtern? Könnt Ihr Euch darauf einigen, dass nur noch am Wochenende gekocht wird und dann gemeinsam? Oder, oder, oder…

Was tut Dir gut?

All dies ist sehr individuell. Jeder verbringt seine Zeit anders und jeder tut andere Dinge gern und mag unterschiedliche Menschen. Jeder zieht seine Kraft aus einer anderen Quelle. Und zu erkennen, was das für den Einzelnen jeweils ist, gibt uns die Möglichkeit, davon mehr in unser Leben zu holen und das andere zu verabschieden.

Wichtig dabei ist nur, dass wir uns nicht selbst blockieren, in dem wir von vornherein bestimmte Dinge ausschließen oder als gegeben annehmen. Oft gibt es solche Blockaden in Form von Gedanken wie „das muss ja aber irgendjemand machen und wer soll das sein, wenn nicht ich“, „man erwartet das von mir“, „darüber brauche ich mit meinem Partner gar nicht erst zu sprechen“ oder „was soll denn xy dann von mir denken“. Diese Gedanken hindern uns daran, zu erkennen, was wir eigentlich wollen. Und sie haben hier nichts zu suchen. Denn es geht hier nicht um das was getan werden muss, was (vermeintlich) von uns erwartet wird oder die Reaktionen er anderen.

Es geht um Dich, darum wer Du bist. Und darum, den Ausgangspunkt für den Weg zu dem Leben zu finden, das Du führen willst.

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