Du schreibst die Geschichte Deines Lebens

Wer bist Du, wo kommst Du her und wie bist Du der Mensch geworden, der Du heute bist? Sind das Fragen, die Du auf Anhieb beantworten kannst?

Die meisten Personen sind sich nicht bewusst, welche Entscheidungen und Einflüsse sie dorthin geführt haben, wo sie heute sind und in wie fern diese sie geprägt haben.

Doch in jedem Leben gibt es kleine und große Momente, die uns entscheidend beeinflussen. Die unsere Sicht auf die Welt und die Menschen verändern. Und diese Momente statten uns mit Fähigkeiten und Erkenntnissen aus, die wir den Rest unseres Lebens für uns nützen können. Manches davon bringen wir uns selbst bei und manches wird uns von anderen vermittelt. Sind wir uns all dieser Dinge bewusst, dann können wir uns bewusst entscheiden, ob wir diese Ansichten weiter unser Leben beeinflussen lassen wollen und wir können bereits erworbene Fähigkeiten nutzen, um Herausforderungen zu meistern.

Das Ziel der Übung

Das Ziel dieser Übung ist es, Dir bewusst zu machen, wie sich Dein bisheriger Lebensweg entwickelt hat. Dabei geht es nicht darum, einen Lebenslauf zu schreiben, den Du auf Verlangen vorlegen kannst. Grundsätzlich musst Du das Ergebnis dieser Übung mit niemandem teilen.

Es geht darum, aufzuzeigen

  • Welche maßgeblichen Entscheidungen Du in Deinem Leben getroffen hast
  • Welche Personen Dich geprägt und beeinflusst haben
  • Welche Fähigkeiten und Einstellungen Du wann erworben hast und in wie fern diese Dich heute voranbringen und hemmen.

So wird die Übung durchgeführt

Da Du vermutlich nicht in einer klaren Linie von dem Tag Deiner Geburt bis heute vorankommen wirst, sondern vor und zurück springen wirst, empfehle ich Dir, mit Karteikarten oder Haftnotizen anzufangen.

Sorge dafür, dass Du eine längere Zeit ungestört bist und dann beginne damit, wichtige Situationen und Wendepunkte in Deinem Leben zu sammeln. Schreibe jeden davon auf eine Karteikarte, am besten zusammen mit einer ungefähren Angabe, wann das Ereignis stattgefunden hat. Lasse dabei etwas Platz für weitere Angaben.

Wenn Du einige davon zusammen hast, kannst Du mit dem nächsten Schritt beginnen und sie in eine zeitliche Reihenfolge bringen. Dabei fallen Dir vielleicht noch Lücken auf, die Du jeder Zeit mit weiteren Ereignissen füllen und ergänzen kannst.

Nun schreibe zu jedem Ereignis folgende Punkte auf:

  • Welche Entscheidungen hast DU getroffen, die zu dem jeweiligen Ereignis oder Wendepunkt geführt haben. Es geht eindeutig nicht darum, äußere Einflüsse zu benennen oder welche Entscheidungen und Handlungen anderer Personen zu dieser Situation gefühlt haben, sondern es geht darum, festzuhalten, inwiefern Deine Handlungen zum Entstehen dieser Situation beigetragen haben. Dabei liegt der Fokus nicht darauf, jemandem die Schuld zu geben, oder Verantwortung zuzuschieben oder sonst etwas in der Art. Das ist mir ganz wichtig zu betonen! Es geht nur darum, Dir bewusst zu machen, wie groß Dein Einfluss auf den Verlauf Deines Lebens ist. Vielleicht hast nicht zum Entstehen jeder wichtigen Situation in Deinem etwas beigetragen und eine Wahl gehabt, oft haben wir aber mehr Einfluss, als wir glauben.
  • Welche Personen waren zum Zeitpunkt des Ereignisses oder des Wendepunkts Teil Deines Lebens und haben dabei eine wichtige Rolle gespielt. Außerdem schreibe bitte auf, in wie fern sie Dich in dem Moment beeinflusst haben. Haben sie Dir zu einer wichtigen Erkenntnis verholfen, Dich moralisch unterstützt, Dich im Stich gelassen, Dir zu viel aufgebürdet?
  • Als Drittes schreibe nun bitte dazu, welche Deiner heutigen Fähigkeiten und Ansichten über die Welt, die Menschen und Dich selbst, Du als Resultat oder Folge dieser Situation entwickelt hast. Dabei kannst Du gern auf positive und negative Aspekte eingehen. Ist zum Beispiel eine Person gestorben, die Dir viel bedeutet hat, so könnte dies Deine Selbstständigkeit gefördert haben, aber auch die Einstellung gefördert haben, dass jeder allein klarkommen muss. Das ist nur ein einfaches Beispiel, aber ich denke, es veranschaulicht, was ich meine.

Wenn Du sicher bist, alle wichtigen Ereignisse und Wendepunkte erfasst zu haben, dann halte das ganz am Besten schriftlich fest. Dafür kannst Du die Vorlage nutzen, die Du Dir hier kostenlos herunterladen kannst.

Vorlage der eigene Lebensweg

So kannst Du nach der Übung weiter machen

Im Anschluss an diese Übung bieten sich einige Reflexionsfragen an, die Du nutzen kannst, um Dich weiter mit den Ergebnissen der Übung zu beschäftigen. Die wichtigste Frage finde ich dabei: Möchte ich, dass die Einstellungen und Ansichten, die ich durch diese Lebensereignisse entwickelt habe, mein weiteres Leben bestimmen, oder möchte ich mein weiteres Leben an neuen Werten und Anschauungen ausrichten?

Außerdem kannst Du die Liste der Fähigkeiten und Eigenschaften durchgehen, die Du im Laufe Deines bisherigen Lebens entwickelt hast, und Dich fragen, wie Du sie heute und in Zukunft für Dich nutzen kannst. Welches Problem, dem Du heute gegenüberstehst, kannst Du durch diese Fähigkeiten lösen? Welche dieser Eigenschaften möchtest Du weiter entwickeln? Schließlich kannst Du mit der Übung Der Status (Link) weiter machen, in der Du die Gegenwart betrachtest und statt Deiner Vergangenheit Dein aktuelles Leben in den Fokus stellst.

So kann die Übung noch eingesetzt werden

Diese Übung führt dazu, dass Du einen wahren Schatz in Händen hältst, den Du bei künftigen Herausforderungen für Dich nutzen kannst. Denn wenn Du mit einer Situation konfrontiert bist, dann kannst Du Deine Darstellung Deines Lebenswegs wieder zur Hand nehmen und Dich Folgendes fragen:

  • Habe ich in meinem Leben bereits vergleichbare Situationen gemeistert und wenn ja, wie?
  • Wer hat mir in meinem Leben bereits als Unterstützer und/oder Ratgeber zur Seite gestanden? Kann ich diese Person jetzt um Hilfe oder Rat bitten? Falls Diese Person nicht mehr Teil Deines Lebens ist: Was würde sie mir raten?
  • Welche meiner Fähigkeiten, die mir in anderen Lebensbereichen bereits viel nutzen, kann ich hier ebenfalls einsetzen?

Zusammenfassung

Diese Darstellung des eigenen Lebenswegs zu erarbeiten kann teilweise schmerzhaft sein. Oft gibt es Momente in unserem Leben, auf die wir nicht gern zurückschauen. Aber gerade diese Momente sind sehr wichtig, denn sie prägen uns mindestens so sehr, wie die schönen Erlebnisse und Erinnerungen. Sie zu ignorieren würde bedeuten einen Teil von Dir zu ignorieren.

Und grade die schwierigen Momente des Lebens sorgen oft dafür, dass wir Fähigkeiten entwickeln, die wir unseren ganzen weiteren Lebensweg nutzen können. Genauso, wie uns die schönen Momente häufig mit Zuversicht, Gelassenheit und Vertrauen versorgen.

Ich hoffe, diese Übung hilft Dir, mehr über Dich zu erfahren und Dich künftigen Herausforderungen mit einem neuen Bewusstsein zu stellen.

Hat Dir diese Übung geholfen oder hast Du noch eine Frage dazu, dann schreibe mir sehr gern einen Kommentar unter diesen Beitrag!

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1 Kommentar zu „Du schreibst die Geschichte Deines Lebens“

  1. Pingback: Wie viel Vergangenheit steckt in Deiner Gegenwart? - einfach-wandelbar.de

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