Entscheide aus Liebe, nicht aus Angst

Zum ersten Mal habe ich die Handlungsempfehlung „Entscheide aus Liebe, nicht aus Angst“ in einem Kontext gehört, der so gar nichts mit romantischer Liebe zu tun hat: Dem Female Leadership Podcast von Vera Strauch. Dieser Satz hat mich sofort tief berührt und ist seitdem einer meiner Leitsätze.

Was ist die Basis Deiner Entscheidungen?

Hast Du Dich das schonmal gefragt? Wonach triffst Du Deine Entscheidungen? Ich hätte diese Frage nicht beantworten können. Mir war immer so grob klar, was ich wollt und dann habe ich eben mit jeder Entscheidung versucht, näher an dieses Ziel zu kommen. Aber die einzelne Entscheidung an sich, was war da jeweils ausschlaggebend für den einen oder anderen Weg? Im Nachhinein ist das immer schwer zu sagen. Doch mit diesem einfachen Satz gibt es plötzlich eine Richtschnur, an der sich alle künftigen Entscheidungen orientieren können.

Nur eine kitschige Idee?

Zugegeben, der Satz „Entscheide aus Liebe, nicht aus Angst“, klingt recht kitschig und im ersten Moment fragst Du Dich vielleicht, wie Du diesen auf alle Situationen im Leben anwenden sollst. Aber er bezieht sich nicht nur auf die Liebe zu einer anderen Person, wie zum Beispiel in einer Beziehung, sondern viel mehr auf die Liebe zu Dir selbst und zu all den Personen und Dingen, die Dir im Leben wichtig sind.

Es geht darum, dass wir viele Entscheidungen im Leben aus Angst treffen. Wir haben Angst, uns zu blamieren, Angst vor dem Unbekannten, Angst vor Herausforderungen, Angst zu versagen, Angst vor Verlust. Dem entgegen steht die Liebe, Liebe zu uns selbst und unseren Träumen und Wünschen. Liebe zu den Menschen, die uns nahestehen und Liebe zu unseren Leidenschaften.

Entscheide aus Liebe und sie wird Dich duch Dein ganzes Leben tragen.
Foto von Nick Fewings auf Unsplash

Angst und Liebe – Gegensätze?!

Viele Menschen glauben, Hass sei das Gegenteil von Liebe. Es gibt aber immer mehr, die die Angst als das Gegenstück zur Liebe verstehen und Hass als eine Folge von enttäuschter Liebe. Welchem Ansatz Du persönlich auch folgen möchtest, letztlich ist es oft so, dass Angst und Liebe bei Entscheidungen, die wir treffen, zwei sich gegenüberstehende Kräfte sind.

Was soll ich bloß tun?

Sehr oft sind wir hin und her gerissen:

  • Soll ich meinen Job wechseln? In meinem aktuellen Job weiß ich, was ich zu erwarten habe, aber glücklich macht er mich nicht.
  • Soll ich meine Beziehung beenden? Ich fühle eine tiefe Verbundenheit mit meinem Partner, aber wir harmonieren nicht richtig und streiten sehr oft.
  • Soll ich eine andere Stadt ziehen? Das wäre eine tolle Erfahrung, aber wird es mir gelingen, dort Anschluss zu finden?
  • Soll ich dieses neue Hobby aufnehmen? Das Thema würde mich wirklich interessieren und ich habe viel Spaß an solchen Aktivitäten, aber dann müsste ich dafür etwas anderes aufgeben oder hätte weniger Zeit für meine Freunde.

Solche oder ähnliche Entscheidungen bewegen uns häufiger, als uns vielleicht bewusst ist. Sehr oft spielen hier Angst und Liebe eine Rolle.

Ängste identifizieren

Angst geprägte Gedanken in solchen Situationen sind zum Beispiel:

Was ist, wenn ich in meinem neuen Job auch nicht glücklich bin?
In einem anderen Unternehmen ist es ja nicht unbedingt besser als in diesem.
Was ist, wenn ich den Herausforderungen im neuen Job nicht gewachsen bin?
Die wirtschaftliche Situation insgesamt ist so unsicher, wenn ich erst kurz im neuen Jon bin, dann bin ich leichter kündbar.

Wenn ich mich von meinem Partner trenne, finde ich dann nochmal einen neuen Partner?
Wenn ich bei meinem Partner bleibe, verpasse ich dann vielleicht die Chance, jemanden zu finden, der besser zu mir passt?
Was denken meine Freunde / meine Familie / die Nachbarn, wenn ich mich so oder so entscheide?

Ich müsste meine Freunde und meine Familie verlassen, um in eine andere Stadt zu gehen?
Kann ich den Kontakt zu diesen Menschen aufrechterhalten?
Ich weiß gar nicht, wie ich in der neuen Stadt Anschluss und neue Freunde finden soll.

Wenn ich jetzt ein neues Hobby anfange, denken die Leute dann, ich bin flatterhaft?
Ich weiß ja gar nicht, wie das geht. Vielleicht kann ich das gar nicht gut.

Liebe erkennen

Die Liebe hingegen äußert sich in Gedanken wie:

Ich hätte total Lust, das auszuprobieren.
Dieses Thema hat mich schon immer interessiert.
Ich würde es großartig finden, mich in dem Bereich weiterentwickeln zu können.
Dadurch würde ich auch in einigen anderen Bereichen profitieren, zum Beispiel würde ich auch lernen, wie … funktioniert.
Der Gedanke daran, das zu tun, begeistert mich ungemein.

Auf die Mischung kommt es an

Beide Seiten haben ihre Berechtigung und ich will Dir nicht einreden, Du solltest nicht auch auf Deine Ängste hören. Sie geben Dir deutliche Hinweise darauf, was Dir im Leben wichtig ist, wie vielleicht Sicherheit, Zugehörigkeit oder Anerkennung.

Aber Deine Angst sollte nicht der bestimmende Faktor sein, wenn Du eine Entscheidung triffst. Wenn die Angst die bestimmende Macht in Deinem Leben ist, dann sperrst Du Dich quasi selbst ein. Es gibt dann so vieles, dass Du nicht wagst, nicht ausprobierst und das Du nicht zulässt. Wie willst Du Deinem Herzen und Deinen Wünschen folgen, wenn Dein Weg und Deine Möglichkeiten immer von Deiner Angst begrenzt werden?

Entscheide Dich für die Liebe

Daher rate ich Dir, bei einer Entscheidung immer genau in Dein Inneres zu schauen und Deinen Gedanken ganz genau zuzuhören. Nimm Dir zu Zeit zu identifizieren, welche Emotionen die Idee, um die es geht, und die Gedanken, die Du dazu hast, bei Dir auslösen. Verbindest Du einen Gedanken mit einem Gefühl der Wärme, Freude und Liebe oder der Unsicherheit, Angst und Sorge?

Gib beiden Seiten den Raum, den sie brauchen, aber sei Dir bewusst, dass Angst etwas ist, dass wir oft viel stärker wahrnehmen als Liebe. Spüre also ganz tief hinein in die bestärkenden Gefühle und hege und pflege sie vielleicht auch ein bisschen. Dann gib Dir etwas Zeit und wenn Du das Gefühl hast, Dich einer Entscheidung zu nähern, dann frage Dich einfach, ob Du diese Entscheidung so aus Liebe triffst, oder ob Dich Deine Angst lenkt.

Ich treffe meine Entscheidungen seit einiger Zeit so und kann Dir sagen, dass das nicht nur verändert hat, wie meine Entscheidungen ausfallen, sondern auch, wie zufrieden ich mit meinen Entscheidungen bin. Probiere es für eine Weile aus und dann bin ich sehr gespannt, von Deinen Erlebnissen zu erfahren. Falls Dich das Thema noch weiter interessiert, dann möchte ich Dir noch folgenden Blogbeitrag empfehlen: https://anima-mea.org/gegen-die-angst-fuer-die-liebe-entscheiden/

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