Fokus auf das Positive

Ich schreibe diesen Blogartikel mitten in der Corona-Krise, die natürlich eine Ausnahmesituation ist und bei der ich davon ausgehe, dass wir von ihr noch unseren Enkelkindern erzählen werden.

Das Leid in der Welt

Es passiert grad viel schlimmes in diesen Tagen. Menschen sind krank und sterben, ihre Angehörigen leiden. Viele machen sich Sorgen um ihre Lieben und dürfen doch nicht bei ihnen sein. Sehr viele Menschen sorgen sich um ihren Arbeitsplatz oder haben ihn schon verloren und müssen sich nun mit finanziellen Problemen auseinandersetzen. Einige Menschen sind plötzlich oder vermehrt häuslicher Gewalt ausgesetzt und können der gewalttätigen Person nicht entkommen.

All dies ist schrecklich und lässt sich auch nicht weg reden. Wir müssen uns mit dem Leid auseinandersetzen, dass diese Krise zusätzlich in diese Welt gebracht hat.

Das Positive sehen

Und doch gibt es auch viel Positives in dieser Zeit. Menschen, die sich nicht kannten, helfen einander und sind für einander da. Viele, viele Angestellte im Gesundheitswesen, dem Einzelhandel und vielen weiteren Branchen geben jeden Tag alles, damit alle Menschen bestmöglich versorgt sind. Unternehmen, die vorher nichts miteinander zu tun hatten, kooperieren plötzlich mit einander um sich gegenseitig zu unterstützen und die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter zu erhalten. Länder, die sonst im Streit miteinander liegen, unterstützen sich mit dringen benötigten Gütern und anderen Hilfen. Die Luftverschmutzung sinkt. Die Menschen verbringen mehr Zeit in der Natur und haben auf einmal viel mehr Zeit für sich.

Damit will ich nicht sagen, dass diese Krise gut ist. Das ist sie nicht und kann sie nie sein. Aber sie hat nicht nur negative Folgen.

Die guten Seiten

Und genau darum geht es, wenn Du versuchst, an einer Sache oder einem Ereignis die guten Seiten zu sehen. Es geht niemals darum, sich die Welt schön zu reden oder etwas zu bagatellisieren. Es ist schlimm, wenn jemand einen Angehörigen oder seinen Job verliert, und die Gefühle, die solch ein Ereignis auslöst dürfen auch nicht unterdrückt oder weggeredet werden. Trauer, Wut, Verzweiflung, Angst und Unsicherheit haben ihre Berechtigung.

Aber nur sehr, sehr selten hat ein Ereignis ausschließlich negative Seiten. Sehr oft gibt es auch positive Aspekte und diese sehen zu können, kann Dir nicht nur helfen, mit dem Ereignis besser umzugehen und schneller einen Umgang damit zu finden. Diese Fähigkeit hilft Dir grundsätzlich im Leben zufriedener und ausgeglichener zu sein.

Fokussiere Dich auf das Positive und es wird Dir viel leichter fallen, mit negativen Situationen umzugehen.
Foto von Kristopher Roller auf Unsplash

Meine Sicht auf die Dinge

Lass mich Dir ein paar Beispiele geben:

  • Seit Beginn der Corona-Krise arbeite ich vom Home-Office aus. Dadurch sehe meine Kollegen nicht mehr und es ist viel schwieriger, die Trennung von Arbeit und Freizeit aufrecht zu erhalten, aber ich habe hier zuhause auch viel mehr Ruhe um an meinen Projekten zu arbeiten. Außerdem spare ich die Zeit und das Geld für den Arbeitsweg.
  • Mein Freund wird in Kürze wegen der Krise in Kurzarbeit gehen müssen, wodurch wir spürbare finanzielle Einbußen haben werden. Aber wir haben beide einen Job und er hat dann mehr Zeit, um seine privaten Projekte voran zu bringen.
  • Wegen der Corona-Krise sehe ich meine Freunde nicht mehr, aber ich telefoniere wieder mit ihnen, wodurch ich mich fast wieder als Teenager fühle. 😉
  • Durch die viele Zeit, die wir plötzlich zuhause sind, kommen wir sehr gut mit den kleinen Projekten voran, die hier im Haushalt noch so offen sind, wie zum Beispiel Bilder anbringen.
  • Wir vermissen es so langsam schon, ins Kino oder Essen zu gehen, aber es ist unglaublich wie viel Geld wir plötzlich dadurch sparen, dass wir diese Dinge nicht mehr machen können.

Das sind jetzt natürlich alles sehr einfache Beispiele, aber sie sollen auch nur das Prinzip verdeutlichen. So oder ähnlich lässt sich auf nahezu jede Gegebenheit oder jedes Ereignis blicken. Manchmal ist uns das aber erst mit ein bisschen Abstand möglich und in einigen Fällen sogar erst nach langer Zeit.

Lass Dir Zeit

Erwarte von Dir nicht, in der Situation, in der Dir etwas Negatives passiert, dass Du sofort eine positive Seite daran entdeckst. Gib Dir Zeit, solche Ereignisse wirken zu lassen. Wenn Du nach einigen Tagen wieder darüber nachdenkst, dann werden Dir vermutlich von ganz allein Gedanken kommen, die sich um die positiven Aspekte drehen.

Lass solche Gedanken zu. Wenn Du zum Beispiel um einen lieben Menschen trauerst, dann wird Deine Trauer nicht abgewertet, wenn Du den Gedanken zulässt, dass dieser Mensch vielleicht zumindest nicht leiden musste. Hast Du vielleicht Deinen Job verloren, dann ist Dir die Ernsthaftigkeit der Lage nicht weniger bewusst, wenn Du froh bist, dass Du Deinem unangenehmen Chef entkommen bist.

Beides kann nebeneinander existieren, ohne dass das eine durch das andere abgewertet, weniger ernst oder unberechtigt wird. Denn so, wie die negativen Gefühle ihren Platz haben, so haben das auch die positiven.

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