Was macht Dich glücklich? Oder: Neigungen, Interessen und Prioritäten

Tue, was Dich glücklich macht! Das klingt toll, oder? Aber was ist, wenn Du nicht weißt, was Dich glücklich macht, Du Dich für das, was Dich glücklich macht, schämst, oder Dich vielleicht gar nicht entscheiden kannst, welches Thema Dich denn nun am glücklichsten macht? Dann ist der Moment gekommen, Deine Neigungen, Interessen und Prioritäten näher unter die Lupe zu nehmen!

Wir haben es in der Hand, unser Leben glücklich zu gestalten. Deine Neigungen sind der Schlüssel dazu.
Lidya Munguia auf Unsplash

Fangen wir mit einer Übersicht an:

Was sind Neigungen, Interessen und Prioritäten?

Interessen

Unter Interessen werden die Themen und Aktivitäten zusammengefasst, mit denen Du im Moment Deine Zeit verbringst, wenn Du die Wahl hast. Da fallen einem natürlich als erstes Hobbies ein, aber auch, mit welchen Themen Du Dich sonst so beschäftigst. Welche Themen haben zum Beispiel die Social Media Accounts, denen Du folgst? Welche Bücher und Artikel liest Du bzw. was für Videos schaust Du Dir an? Was fängt immer sofort Deine Aufmerksamkeit ein?

Diese Interessen können natürlich auch durch Ereignisse in Deinem Leben getrieben sein. Bist Du grad Mutter geworden, dann wird Dich natürlich vieles rund um das Thema Mutterschaft interessieren. Oder möchtest Du den Job wechseln, dann wirst Du Dich vielleicht viel damit beschäftigen, wie Du eine gute Bewerbung schreiben kannst. Möglicherweise hast Du auch einen geliebten Menschen verloren und das Thema Trauer ist grad besonders präsent.

Diese Interessen sind natürlich wichtig und haben einen hohen Stellenwert. Für diesen Beitrag möchte ich sie jedoch außenvor lassen. Denn sie sind eher von einer Notwendigkeit getrieben, als von Deinem freiwilligen und von Innen kommenden Wunsch, Dich intensiv mit diesem Thema zu befassen.

Auch bei den Hobbies möchte ich Dich bitten, etwas genauer hinzuschauen, und Dich zu fragen, was der eigentliche und ehrliche Grund ist, dass Du dieses Hobby betreibst? Ist es wirklich die Sache oder Tätigkeit an sich, oder bist Du zum Beispiel eher gern Teil einer Gruppe oder gehst Du dem Hobby aus Gewohnheit oder Pflichtgefühl nach?

Bist Du beispielsweise in dem Vorstand eines Vereins aktiv, dann frage Dich, ob es eher die Vorstandsarbeit ist, die Du gern machst, oder geht es Dir nach wie vor primär um das eigentliche Hobby?

Neigungen

Mit Neigungen sind Themen und Vorlieben gemeint, die sich bereits durch den Großteil Deines bisherigen Lebens gezogen haben und es noch immer tun. Welchen Aktivitäten gehst Du seit Deiner Kindheit gern nach?

Liebst Du das Zeichnen und Malen oder liest Du gern? Bist Du gern handwerklich tätig und schon immer eine Bastlerin gewesen? Verbringst Du seit Deiner Kindheit Deine Zeit am liebsten in der Natur und / oder mit Tieren?

Welche Themen ziehen Dich immer wieder magisch an? Sind diese eher technisch der auf Menschen bezogen, phantasievoll oder rational, mehr körperlich oder mehr geistig fordernd.

Wenn Du darüber nachdenkst, dann wirst Du bestimmt einige Themen finden, die sich wie ein roter Faden durch Dein Leben ziehen oder die zumindest immer wieder auftauchen.

Prioritäten

Mit Prioritäten schließlich sind die Themen gemeint, denen Du in Deinem Leben gerade jetzt den größten Raum gibst und die Du grad als am wichtigsten bewertest. Dabei haben Prioritäten einen sehr unterschiedlichen Zeithorizont. Manchmal ist etwas nur für kurze Zeit wichtig („Ich habe Hunger!“), manchmal besteht eine Priorität für mehrere Monate oder auch Jahre.

Dabei passiert es oft, dass wir uns über unsere eigenen Prioritäten nicht klar sind. Doch ist dies der Fall, dann kann es leicht passieren, dass andere Personen in unserem Umfeld (Verwandte, Freunde, Vorgesetzte usw.) es schaffen, ihre Prioritäten zu unseren zu machen. In uns löst das dann Gefühle wie Überforderung, Stress oder auch Verzweiflung aus, weil wir denken, dass wir den vielen Anforderungen, die an uns gestellt werden, nicht gerecht werden können.

Im besten Fall beruhen Deine Prioritäten sowohl auf Deinen Werten und Prinzipien, als auch auf Deinen Zielen, Interessen und Neigungen. Ist dies der Fall, dann gibt es auch keine Zerrissenheit oder Überforderung mehr, denn es ist ganz klar, was in einem bestimmen Moment am wichtigsten ist und was nicht. Und dies wiederum wird es Dir unermesslich viel leichter machten, Entscheidungen zu treffen und diese auch Deinem Umfeld zu kommunizieren (womit wir beim berühmten „Nein“ sagen angelangt sind).

Du kannst alles haben, aber nicht gleichzeitig!

Im Grunde ist dieser Satz die Essenz dieses Blogartikels!

Wir sind heute oft so vielen Anforderungen, von außen und aus uns selbst heraus, ausgesetzt, dass wir allein dadurch gestresst sind. Da muss gar keine Krise oder ein Notfall eintreten. Allein das Spannungsfeld aus eigenen Wünschen und Bedürfnissen, Arbeit, Freunden und Familie reicht schon aus.

„Nichts ist bedauernswerter als der Mensch, der nicht bemerkt hat, dass es zu seinem Glück reicht, auf den Geist zu hören, der in ihm wohnt.“

Marc Aurel

Solltest Du Dich in genau diesem Netz gefangen fühlen, so findest Du hier ein paar Impulse und Gedanken, die es Dir viel leichter machen werden, künftig nach Deinen Neigungen, Interessen und Prioritäten zu leben:

Wenn Du Deine Prioritäten nicht bestimmst tun es andere

Ich habe das oben schon angedeutet, aber lass es mich nochmal betonen: Wenn Du Deine Prioritäten nicht festlegst, dann tun es andere für Dich. Bzw. sie versuchen es (ob bewusst oder unbewusst) und dann bist Du nur noch damit beschäftigt, diese ganzen unterschiedlichen Prioritäten zu jonglieren. Weißt Du aber, wobei Dein Herz aufblüht und was Dir grad wirklich wichtig ist, dann entfällt dieser Stress augenblicklich.

Lass los

Lass los und akzeptiere, dass Du nicht alles schaffen kannst. Der Tag hat nie genug Stunden und es gibt immer einen Punkt mehr auf der To Do Liste, den Du noch abhaken könntest. Aber: Niemand schafft je alles! Und darin liegt Frieden, denn Du musst Dich nicht schlecht oder als Versagerin fühlen.

Es geht nicht darum, aufzugeben, sondern einfach zu akzeptieren, dass Dir natürliche Grenzen in dem gesetzt sind, was Du an einem Tag schaffen kannst. Auf Basis Deiner Werte, Prinzipien und Neigungen immer wieder neu zu entscheiden, was an einem Tag Priorität hat, bedeutet umgekehrt auch, täglich das los zu lassen, was keine Priorität hat.

Der Weg zum zufriedenen Leben kann lang sein, aber es lohnt sich, die Reise anzutreten. Die Bestimmung der eigenen Neigungen ist dabei ein wichtiger Schritt.
Jacqueline Munguia auf Unsplash

Perfektionismus hilft nicht

Ich liebe das Konzept des Minimalprodukts. Das ist ein Konzept aus dem agilen Projektmanagement und letztlich geht es darum, nicht Monate lang an einem perfekten Produkt zu arbeiten, dass am Ende möglicherweise komplett an dem vorbei geht, was der Kunde eigentlich wollte. Stattdessen entwickelt man in kurzer Zeit eine absolute Basisversion, die nur die wichtigsten Funktionen erfüllt. Diese muss nicht schön sein und sie soll auch gar nicht unter allen möglichen Umständen funktionieren. Es geht, wie gesagt, nur um die Grundfunktionen. Diese Basisversion stellt man dann dem Kunden vor und sieht, ob man verstanden hat, was er will, und in welche Richtung er von hier aus weiter möchte.

Dieses Konzept lässt sich wunderbar auf nahezu alle Bereiche des eigenen Lebens anwenden. Ob es darum geht, eine Aufgabe auf der Arbeit zu erledigen, einen Kuchen für einen Geburtstag zu backen oder täglich zu meditieren. Wenn es nicht Dein Ziel ist, Mitarbeiterin des Monats zu werden, dann reicht es aus, wenn Du Deinen Job gewissenhaft erledigst, Deine Notizen müssen nicht alle in Schönschrift sein. Natürlich kannst Du eine drei Stöckige Torte zu Omas Geburtstag backen, aber wenn Baaken nicht Deine Leidenschaft ist, dann tut es auch ein Schokokuchen. Und schön 10 Minuten Meditation am Tag reichen (notfalls auch mal 5), Du musst nicht eine Stunde bewegungslos dasitzen und in Dich gehen.

Das war jetzt alles etwas flapsig ausgedrückt, aber ich denke, die Botschaft ist klar: Wenn Du Dir klar darüber bist, was Dir wirklich wichtig ist, dann kannst Du auch den Perfektionismus loslassen, der Dir sonst die Zeit für die Dinge wegfrisst, die Du eigentlich tun möchtest.

Es zählt was Du tust, nicht was Du sagst

„Ich sollte mehr …“

„Das schiebe ich schon viel zu lange auf …“

„Ich würde so gern mal wieder …“

Kommt Dir das bekannt vor? Dann gibt es genau zwei Möglichkeiten: Entweder, diese Dinge, die Du nicht tust, sind Dir nicht so wichtig oder Du führst Dein Leben nicht im Einklang mit Deinen Werten, Zielen und Neigungen.

Was ist es bei Dir?

Aufgeschoben ist nicht Aufgehoben

Damit komme ich zurück zu dem wichtigen Satz „Du kannst alles haben, aber nicht jetzt!“. Denn bewusst zu entscheiden, was Du tust, und den Rest loszulassen fühlt sich für viele wie ein Abschied ohne Wiedersehen an. Aber so ist es nicht. Wir alle entwickeln und auch unsere Umstände ändern sich. Somit ist nicht gesagt, dass etwas, was jetzt keinen Platz in Deinem Leben hat, nie einen Platz darin finden wird.

Widerstand kostet Kraft

Verbringst Du den Großteil Deines Tages mit Aufgaben, die Dich langweilen oder die Dir nicht liegen? Dann wird Dein Tag Dir vermutlich nicht viel Freude bereiten und Du musst vielleicht sogar täglich gegen Deine inneren Widerstände ankämpfen, um diesen Aufgaben nachzukommen.

Das ist eine unermessliche Energieverschwendung! Statt täglich gegen Dich selbst anzukämpfen solltest Du Deine Energie lieber dafür nutzen, Dir zu überlegen, wie Du Deinen Alltag mehr nach Deinen Interessen und Neigungen gestalten kannst.

Das mag nicht von Heute auf Morgen möglich sein, aber ich bin mir sicher, Du kannst in dieser Hinsicht jeden Tag einen kleinen Schritt in die richtige Richtung machen und so immer zufriedener mit Deinem Leben werden. Denn genau das ist es, wenn Menschen meinen, sie würden nicht arbeiten, weil sie das tun, was sie lieben! Sie gehen einem Job nach, der ihren Werten, Zielen, Interessen und Neigungen entspricht.

„Handlung drückt Prioritäten aus“

Mahatma Gandhi

So, nun habe ich viel darüber geschrieben, was Neigungen, Interessen und Prioritäten sind und was sie in Deinem Alltag bewirken können, wenn Du Dich bewusst mit ihnen auseinander setzt. Aber wo kannst Du anfangen?

Da habe ich drei Journaling-Fragen und zwei Coaching-Übungen für Dich:

3 erprobte Journaling-Fragen für mehr Klarheit über Deine Neigungen, Interessen und Prioritäten

  • Was bereitet mir Freude? Was entfacht Leidenschaft und Energie in mir?
  • Mit welchen Themen habe ich kürzlich viel Zeit verbracht? Wohin fließt der Großteil meiner Energie und Aufmerksamkeit?
  • Was würde ich gern lernen?

Wofür hast Du Dich schon als junger Mensch interessiert?

Um diese Frage dreht sich unter anderem die erste Coaching-Übung, die ich zu diesem Thema für Dich vorbereitet habe und die Du unter diesem Link findest:

Dabei schreibst Du einen Lebenslauf, bei dem Deine Neigungen und Interessen im Vordergrund stehen. So kannst Du Muster erkennen und herausfinden, welche Themen in Deinem Leben immer wieder Deine Aufmerksamkeit eingefangen haben.

Was ist jetzt gerade wichtig?

Vor dieser Entscheidung stehen wir immer wieder und es gibt ein einfaches Tool, um Dir diese Entscheidungen zu erleichtern: Die Eisenhower-Matrix

Eine Erklärung der Eisenhower-Matrix und wie Du sie sofort in Deinem Alltag nutzen kannst, erfährst Du unter diesem Link:

Und noch was für den Weg

Abschließend möchte ich Dir noch das Buch „Entscheide Dich und lebe!“ Von Melanie Wolfers empfehlen, in dem es darum geht, wir Du die für Dich besten Entscheidungen triffst.

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Ich freue mich, wenn Dir der Artikel gefallen hat und Du ihn weiterempfiehlst. Und mich interessiert, ob Du die Eisenhower-Matrix schon für Dich nutzt. Verrate es mir doch in einem Kommentar!

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