Prinzipien bewusst nutzen

Oft treffen wir kleine Entscheidungen spontan und das ist nicht immer gut. Ich spreche hier nicht über die großen Entscheidungen wie „Sollte ich umziehen?“, „Ist es Zeit für einen neuen Job?“ oder auch „Sollte ich mir einen neuen Partner suchen?“. Bei diesen Entscheidungen ist das Bauchgefühl ein wichtiger, wenn nicht der wichtigste Ratgeber!

Aber bei kleinen, alltäglichen Entscheidungen, da neigen wir dazu, das große Ganze aus den Augen zu verlieren. Zudem unterliegen wir alle der Tendenz, die kleinen, kurzfristigen Freuden der Erreichung des in weiter Ferne liegenden Ziels vorzuziehen.

Das kann zu Situationen wie diesen führen:

  • Die Pommes sehen so gut aus! Da esse ich doch eine Portion. Morgen kann ich ja wieder Salat essen, damit ich das gewünschte Traumgewicht erreiche.
  • Ach, ich kauf mir die Bücher, Handtasche, etc., dann komme ich zwar meinem finanziellen Ziel nicht näher, aber man muss sich ja auch mal was gönnen.
  • Natürlich möchte ich auf die Umwelt achten und dass Menschen einen menschenwürdigen Arbeitsplatz haben, aber dieses tolle Shirt kostet nur 3€, das nehme ich doch mit.
  • Ich möchte unbedingt auf meine Work-Live-Balance achten und mein Privatleben nicht ständig meinem Job unterordnen, aber das hier, das ist total wichtig, da arbeite ich heute nochmal bis 20 Uhr.

Kennst Du solche Momente? Dann wird es Zeit, dass Du anfängst, mit Prinzipien zu arbeiten!

Prinzipien sind Regeln, Anleitungen oder auch Anweisungen, die Du selbst Dir für bestimmte Situationen oder Themen festlegst. Du selbst entscheidest, wonach Dein alltägliches Handeln ausgerichtet sein sollte.

Dabei geht es nicht darum, jeden Deiner Lebensbereiche strengen Regeln zu unterwerfen und Dir nicht auch mal was zu gönnen. Es geht darum, dass Deine Werte und Prinzipien sich auch tatsächlich in Deinem Alltag und Deinen täglichen Handlungen widerfinden.

Das Ziel der Übung

Das Ziel dieser Übung ist es, Dir Prinzipien für die Lebensbereiche oder Situationen festzulegen, in denen es Dir selten bis nie gelingt, Dich so zu verhalten, wie Du es gern würdest. Diese Bereiche oder Situationen sind natürlich total individuell. Es gibt aber Bereiche, in denen wohl jede von uns mehr oder weniger nach ihren Werten und langfristigen Zielen handelt. Hier einige Beispiele:

  • Finanzen (Von wofür gebe ich mein Geld aus bis Altersführsorge)
  • Ernährung (Gesunde Ernährung, Abnahme oder bestimmte Ernährungsform wie Veganismus)
  • Shopping (Was brauche ich wirklich? Kaufe ich bewusst ein? Kaufe ich preisbewusst ein?)
  • Umwelt (Wie bewege ich mich fort, was esse ich und welche Produkte kaufe ich?)
  • Bewegung (Bewege ich mich ausreichend und mache ich Sport?)
  • Selbstfürsorge (Achte ich meine Grenzen und darauf, dass andere sie einhalten? Sorge ich dafür, dass es mir gut geht?)
  • Persönliches Umfeld (Handle ich im Umgang mit anderen so, wie ich es gern würde?)

So wird die Übung durchgeführt                   

Ein Hinweis vorab: für die Übung kannst Du die Vorlage nutzen, die Du Dir kostenlos herunterladen kannst.

Schritt 1: Greife Dir einen bestimmten Bereich oder eine klar definierte Situation heraus, für die Du Prinzipien festlegen möchtest.

Schritt 2: Schreibe Deine Werte dazu, damit Du Deine Prinzipien in Abstimmung mit Deinen Werten festlegst. (Wie Du Deine Werte bestimmst erfährst Du HIER)

Schritt 3: Überlege Dir möglichst konkret, was genau Du mit den Prinzipien erreichen möchtest und warum.

Beziehe das Warum nach Möglichkeit nicht nur auf Dich, sondern überlege Dir auch, wie Dein direktes Umfeld (Familie, Freunde, Kollegen) davon profitiert, wenn Du künftig nach festen Prinzipien handelst.

Schritt 4: Schreibe Deine Prinzipien auf. Dabei gilt der Grundsatz: So einfach wie möglich!

Das bedeutet, dass Du nicht 25 Regeln fürs Shopping festlegen musst, wenn drei es auch tun. Und bemühe Dich, nicht jede Eventualität abdecken zu wollen, sondern lieber Anweisungen zu verfassen, die sich auf möglichst viele Situationen anwenden lassen.

Um es Dir einfacher zu machen kannst Du zunächst alles aufschreiben, was Dir in den Sinn kommt und dann versuchen, alles zu einer möglichst einfachen Anleitung zusammen zu fassen.

Dafür kannst Du die Vorlage nutzen, die Du Dir hier kostenlos herunterladen kannst.    

Schritt 5: Lege Dir Deine Prinzipien so zurecht, dass Du sie immer zur Hand hast, wenn Du sie brauchst. Für Shopping-Prinzipien eignet sich ein Spickzettel im Portemonnaie, Prinzipien bezüglich Deiner Work-Life-Balance passen gut an Deinen Arbeitsplatz und so weiter.

So kannst Du nach der Übung weiter machen

Hast Du diese Übung abgeschlossen, dann hast Du damit den ersten Schritt gemacht. Nun geht es darum, Deine Prinzipien im Alltag umzusetzen.

Dabei ist es grad am Anfang wichtig, Deine Prinzipien auch auf Alltagstauglichkeit zu testen. Manchmal nehmen wir uns etwas zu viel vor oder sind zu streng mit uns selbst. Stellst Du fest, dass Deine Prinzipien Deinem Leben nicht angemessen sind, dann darfst Du sie natürlich jeder Zeit anpassen.

So kann die Übung noch genutzt werden

In etwas abgewandelter Form kannst Du diese Übung auch zusammen mit anderen nutzen, z.B. wenn ihr gemeinsam an Zielen arbeitet oder Regeln für den Umgang miteinander festlegen wollt.

In diesem Fall würdet ihr in Schritt 2 nicht unbedingt Eure Werte miteinander teilen, aber Euch darüber austauschen, was Euch wichtig ist und unbedingt berücksichtigt werden soll.

Auch in diesem Fall könnt ihr die kostenlose Vorlage nutzen.

So einfach diese Übung wirkt, umso schwerer kann sie Dir in der Realität fallen. Aber es lohnt sich in jedem Fall, sich intensiv mit den eigenen Prinzipien zu beschäftigen und diese klar zu definieren. Auf lange Sicht machst Du Dir das Leben damit viel einfacher und erreichst Deine Ziele schneller und mit weniger Aufwand.

Hat Dir diese Übung geholfen oder hast Du noch eine Frage dazu, dann schreibe mir sehr gern einen Kommentar unter diesen Beitrag!

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1 Kommentar zu „Prinzipien bewusst nutzen“

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